Der italienische Hersteller Imer präsentiert auf der Apex-Messe im Juni 2026 die Vorserienversion der 30-Meter-Spinnenbühne IM R 30 DT. Parallel zeigt das Unternehmen eine überarbeitete 23-Meter-Version, die IM R 23 DA Pro. Mit dem Eintritt in das Segment der großen Gelenkteleskop-Spinnenbühnen fordert Imer etablierte Hersteller wie Haulotte, Teupen und Platform Basket heraus.
Die IM R 30 DT ist als knickgelenkte Arbeitsbühne mit Raupenlaufwerk konzipiert. Technische Spezifikationen zur Tragfähigkeit, Reichweite oder zum Antriebskonzept hat Imer im Vorfeld der Messe noch nicht veröffentlicht. Die Vorserienversion soll auf der Apex demonstrieren, dass das Unternehmen die technische Komplexität von Spinnenbühnen dieser Größenklasse beherrscht. Für die Serie werden Anpassungen auf Basis der Messerückmeldungen erwartet.
Imer positioniert sich bislang vor allem im Bereich kompakter Baustellengeräte und Betonmischtechnik. Der Einstieg in großvolumige Spinnenbühnen erweitert das Portfolio in Richtung Höhenzugang und Fassadenarbeiten. Die 30-Meter-Klasse gilt als besonders anspruchsvoll: Die Maschinen müssen hohe Arbeitslasten in großer Höhe stabilisieren, zugleich kompakt genug für den Transport bleiben. Etablierte Hersteller wie Haulotte mit der Star-Serie oder Teupen mit der Leo-Baureihe dominieren diesen Markt seit Jahren.
Die überarbeitete IM R 23 DA Pro bleibt im bekannten Segment. Imer gibt an, Verbesserungen bei der Bedienung und der Geländegängigkeit integriert zu haben. Auch hier fehlen bislang konkrete Daten zu Hubhöhe, Reichweite oder Korblast. Die Bezeichnung "Pro" deutet auf eine erweiterte Ausstattung im Vergleich zur Basisversion hin.
Der Markteintritt von Imer fällt in eine Phase steigender Nachfrage nach kompakten, geländegängigen Hubarbeitsbühnen für Fassadensanierung, Denkmalschutz und schwer zugängliche Baustellen. Spinnenbühnen mit Raupenlaufwerk ermöglichen Arbeiten ohne stabile Aufstellflächen und auf stark geneigtem Gelände. Die Konkurrenz ist jedoch technologisch weit fortgeschritten: Haulotte bietet etwa bei der Star 6 eine Arbeitshöhe von 6 Metern und eine maximale Tragfähigkeit von 230 kg.
Ob Imer mit der IM R 30 DT preislich unterhalb der etablierten Anbieter bleibt oder auf technische Differenzierung setzt, wird sich nach der Markteinführung zeigen. Die Apex-Messe dient als Plattform, um Feedback von Vermietern und Betreibern einzuholen. Eine Serienproduktion ist für das zweite Halbjahr 2026 angekündigt.
Die Entwicklung zeigt, dass auch mittelständische Hersteller aus Italien verstärkt in Nischenmärkte vorstoßen, die bisher von wenigen Spezialisten bedient wurden. Parallel dazu läuft die Konsolidierung im Markt weiter: Multitel Pagliero übernahm jüngst Palazzani, einen weiteren italienischen Hersteller von Spinnenbühnen. Imer bleibt vorerst unabhängig und setzt auf organisches Wachstum durch Produkterweiterung.
