Liebherr hat am 3. September 2026 die ersten Maschinen der neuen Mobilbagger-Serie an Kubota übergeben. Die symbolische Schlüsselübergabe fand am Gründungsstandort der Liebherr-Gruppe in Kirchdorf an der Iller statt. Dort wurden die beiden Liebherr-Geschäftsführer Rudolf Arnold (Sales & Service) und Matthias Zettler (Finance & Admin) von Hironori Watanabe (Deputy General Manager Construction Equipment Division Kubota Corporation Japan) und Keigo Okamoto (President Construction Equipment Business Unit Kubota Europe) empfangen. Für die Kooperation wurde eine eigene Produktionslinie in die bestehenden Werkshallen integriert – dort laufen ausschließlich die vier Mobilbagger-Modelle der neun und elf Tonnenklasse vom Band.

Das Besondere an der Partnerschaft: Für Kubota sind die beiden Modelle KW095 und KW115 die ersten Mobilbagger überhaupt im Produktportfolio. Liebherr erweitert mit den Modellen A 909 Compact und A 911 Compact sein Angebot nach unten – bisher hatte der Hersteller keine Maschinen in dieser Gewichtsklasse im Programm. Die klare Fokussierung auf diese Baureihe ermöglicht effiziente Abläufe, kurze Durchlaufzeiten und die konsequente Einhaltung des Liebherr-Qualitätsstandards.

Was bedeutet die Kooperation für den Mobilbagger-Markt?

Die strategische Partnerschaft verbindet die bewährte Qualität der Liebherr-Hydraulikbagger mit der Motorentechnologie von Kubota. Die japanische Corporation stellt die leistungsstarken Antriebe, während Liebherr für Konstruktion, Produktion und Qualitätssicherung verantwortlich ist. Beide Unternehmen profitieren vom Know-how des jeweils anderen – eine klassische Win-Win-Konstellation, die beiden Partnern Zugang zu Marktsegmenten verschafft, die bisher verschlossen waren.

Für Bauunternehmer und Flottenmanager bedeutet das: Der Markt für kompakte Mobilbagger erhält neuen Schub. Die neun- und elf-Tonnenklasse war bisher vor allem von kleineren Spezialherstellern besetzt – mit Liebherr und Kubota drängen zwei etablierte Marken in dieses Segment. Das dürfte den Wettbewerb verschärfen und mittelfristig zu besserer Verfügbarkeit, kürzeren Lieferzeiten und attraktiveren Konditionen führen.

Welche Modelle entstehen in Kirchdorf?

Die neue Produktionslinie fertigt vier Mobilbagger-Varianten:

  • Liebherr A 909 Compact: Neun-Tonnenklasse, Liebherr-Lackierung und Vertrieb über das Liebherr-Händlernetz
  • Liebherr A 911 Compact: Elf-Tonnenklasse, ebenfalls im Liebherr-Design
  • Kubota KW095: Neun-Tonnenklasse, Kubota-Branding und Vertrieb über Kubota-Partner
  • Kubota KW115: Elf-Tonnenklasse, identische Technik wie das Liebherr-Pendant, aber mit Kubota-Motor und Kubota-Lackierung

Die Maschinen sind technisch eng verwandt, unterscheiden sich aber in Design, Vertriebskanal und teilweise in der Motorabstimmung. Liebherr setzt auf sein bewährtes Händlernetz und die etablierte Service-Infrastruktur in Europa. Kubota wiederum nutzt die Mobilbagger, um sein Portfolio an kompakten Baumaschinen gezielt nach oben zu erweitern – die Japaner sind bisher vor allem für Minibagger und Kompaktbagger bekannt.

Design-Auszeichnungen: iF DESIGN AWARD und Red Dot Best of the Best

Die vier Mobilbagger-Modelle wurden sowohl mit dem iF DESIGN AWARD als auch mit der höchsten Auszeichnung des Red Dot Design Awards – dem „Red Dot: Best of the Best" – ausgezeichnet. Im Rahmen der Schlüsselübergabe erhielten die Kubota-Vertreter auch die Urkunden beider Preise. Die Jury würdigte die Kompaktheit, Flexibilität im Einsatz und das durchdachte Bedienkonzept der Maschinen.

Für Praktiker zählt in erster Linie der Nutzwert: Mobilbagger in dieser Gewichtsklasse sind prädestiniert für urbane Baustellen, Leitungsbau und Einsätze mit wechselnden Standorten. Die Kompaktbauweise erleichtert den Transport auf Standard-Tiefladern, die Bereifung ermöglicht schnelle Standortwechsel ohne Tieflader. Die Design-Preise signalisieren, dass Liebherr und Kubota nicht nur technisch, sondern auch ergonomisch und optisch auf Höhe der Zeit sind.

Neue Produktionslinie in Kirchdorf: Fokus auf Durchlaufzeiten

Die Fertigungslinie wurde eigens für die vier Mobilbagger-Modelle konzipiert. Anders als in gemischten Produktionslinien, in denen verschiedene Maschinentypen parallel gefertigt werden, läuft in Kirchdorf ausschließlich diese Baureihe. Das verkürzt Rüstzeiten, vereinfacht die Logistik und senkt die Fehlerquote. Liebherr verspricht dadurch kurze Durchlaufzeiten – ein wichtiger Faktor für Händler und Endkunden, die auf planbare Liefertermine angewiesen sind.

Die Integration in die bestehenden Werkshallen zeigt zudem, dass Liebherr die Kapazitäten am Heimatstandort ausbauen konnte, ohne neue Produktionsflächen erschließen zu müssen. Das hält die Investitionskosten im Rahmen und stärkt den Standort Kirchdorf als Kompetenzzentrum für kompakte Mobilbagger.

Was bringt die Kooperation den Nutzern?

Aus Anwendersicht ergeben sich mehrere Vorteile:

  • Breitere Modellpalette: Liebherr-Kunden, die bisher auf größere Mobilbagger oder Raupenbagger zurückgreifen mussten, haben nun Zugang zu kompakteren Lösungen aus einer Hand.
  • Bewährte Motorentechnik: Kubota-Motoren sind in der Kompaktklasse seit Jahrzehnten bewährt – geringe Verbräuche, hohe Laufleistungen und gute Ersatzteilverfügbarkeit sprechen für die japanische Antriebstechnologie.
  • Liebherr-Qualitätsstandard: Die Produktion in Kirchdorf unter Liebherr-Regie garantiert das gewohnte Qualitätsniveau – ein wichtiger Punkt für Flottenmanager, die auf lange Standzeiten und niedrige Ausfallraten angewiesen sind.
  • Wettbewerb im kompakten Segment: Mit dem Markteintritt beider Hersteller steigt der Druck auf etablierte Anbieter – das kann sich mittelfristig in besseren Preisen und Servicekonditionen niederschlagen.

Markteinordnung: Zwei Novum-Partner treffen sich

Die Kooperation ist für beide Unternehmen ein Novum. Liebherr bietet erstmals Mobilbagger in der neun- und elf-Tonnenklasse an, Kubota hat mit den beiden Modellen erstmals Mobilbagger im Portfolio. Das zeigt, dass beide Hersteller strategische Lücken erkannt haben und sie gemeinsam schließen wollen – statt jeweils eigene, teure Neuentwicklungen zu stemmen.

Für die Baumaschinenbranche ist diese Form der Kooperation nicht neu, aber selten: Normalerweise kaufen größere Hersteller kleinere Spezialisten auf oder lizenzieren Technologien. Hier arbeiten zwei etablierte Marken auf Augenhöhe zusammen – ein Modell, das auch anderen OEMs als Blaupause dienen könnte, wenn Entwicklungskosten und Marktzugang optimiert werden sollen.

Ausblick: Weitere Modelle oder Baureihen?

Ob die Kooperation über die vier aktuellen Modelle hinaus erweitert wird, lässt die Pressemitteilung offen. Die eigens geschaffene Produktionslinie in Kirchdorf bietet Potenzial für weitere Varianten – etwa mit alternativen Antrieben oder speziellen Ausstattungspaketen für urbane Baustellen. Die Design-Auszeichnungen und die symbolische Schlüsselübergabe signalisieren jedenfalls, dass beide Partner die Zusammenarbeit langfristig anlegen.

Für Bauunternehmer, die in den kommenden Monaten Mobilbagger in der Kompaktklasse beschaffen wollen, lohnt sich ein Blick auf die neuen Liebherr- und Kubota-Modelle. Die Kombination aus bewährter Liebherr-Hydraulik, Kubota-Motorentechnik und einer fokussierten Produktionslinie verspricht Maschinen, die auf Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit getrimmt sind – Kernkriterien für jeden Flottenverantwortlichen.