Der finnische Hersteller Metso Oyj zeigt ein beachtliches Wachstum seiner Auftragsbestände im Segment der Brech- und Siebanlagen. Der weltweit tätige Ausrüstungshersteller für die Rohstoff- und Recyclingindustrie profitiert von einer günstigen Konjunktur auf mehreren Schlüsselmärkten.
Die Zahlen sprechen für sich: Die Nachfrage nach mobilen und halbmobilen Anlagen nimmt erheblich zu, insbesondere in Europa und Nordamerika. Backenbrecher und Kegelbrecher machen einen großen Teil dieses Wachstums aus. Mobile Siebanlagen folgen dem gleichen Trend.
Drei Hauptfaktoren erklären diese Dynamik. Zunächst der Boom beim Recycling von Baumaterialien: Baustellen benötigen zunehmend mobile Anlagen, die Beton, Asphalt und Bauschutt direkt vor Ort verarbeiten können. Dann erfordern große Infrastruktur-, Straßen- und Eisenbahnprojekte in Europa und Asien erhöhte Rohstoffproduktionskapazitäten. Schließlich führt der Ersatz alter Maschinen, oft noch in Stage IIIB, durch Stage V konforme Modelle zu einem bedeutenden Erneuerungszyklus.
Für Steinbruch- und Recyclingbetriebe hat diese Situation unmittelbare Auswirkungen. Die Lieferzeiten verlängern sich: Branchenquellen zufolge müssen für eine komplette mobile Brechanlage 6 bis 9 Monate eingeplant werden, gegenüber 4 bis 6 Monaten vor zwei Jahren. Die Preise folgen der gleichen Entwicklung, mit Steigerungen zwischen 8 und 12% bei den gefragtesten Modellen.
Metso ist nicht allein in diesem stark wachsenden Segment. Konkurrenten wie Kleemann, Sandvik oder Rubble Master erleben ähnliche Dynamiken. Der Wettbewerb verschärft sich besonders bei elektrischen Anlagen: Kleemann hat kürzlich seine ersten 100% elektrischen Einheiten auf den Markt gebracht, während Rubble Master bereits einen vollständig elektrischen mobilen Backenbrecher anbietet.
Die Auswirkungen auf den Markt für Recyclingausrüstungen sind erheblich. Mobile Anlagen für Recycling-Baustellen werden für Abbruch- und Tiefbauunternehmen strategisch. Die Möglichkeit, vor Ort zu brechen und zu sieben, senkt Transportkosten und verbessert die CO2-Bilanzen von Projekten.
Für Käufer bleibt der Ratschlag pragmatisch: Wer eine Investition plant, muss diese verlängerten Lieferzeiten einkalkulieren. Eine Bestellung jetzt für die Inbetriebnahme im zweiten Halbjahr 2025 wird zur Norm. Langfristige Mietverträge gewinnen angesichts dieser Marktanspannung ebenfalls an Attraktivität.




