Die Achslast bezeichnet den Gewichtsanteil einer Baumaschine oder eines Fahrzeugs, der über eine einzelne Achse auf die Fahrbahn oder den Untergrund übertragen wird. Sie ergibt sich aus dem Gesamtgewicht der Maschine, der Verteilung der Last auf die vorhandenen Achsen sowie – bei beweglichen Anbauteilen wie Schaufeln oder Auslegern – aus deren jeweiliger Stellung. Für Planer, Verarbeiter und Einkäufer ist die Achslast in zwei Zusammenhängen relevant: beim Transport auf öffentlichen Straßen und bei der Befahrung von Bauwerken wie Brücken oder verdichteten Untergründen auf der Baustelle selbst.
Achslast bei Radladern und Baustellenverkehr
Auf der Baustelle wirkt sich die Achslast unmittelbar auf die Tragfähigkeitsanforderungen an den Untergrund aus. Laut unserem Beitrag zu Sicherheitsrisiken bei Bagger- und Radlader-Einsätzen im Sommer bringt ein 18-Tonnen-Radlader rund 9 Tonnen auf die Vorderachse, bei voller Schaufel steigt dieser Wert auf etwa 12 Tonnen. Besonders bei ausgetrocknetem Boden kann die Oberfläche tragfähig erscheinen, obwohl die Struktur darunter einbricht – ein Risiko, das laut demselben Beitrag vor allem bei Maschinen mit hoher Achslast zum Tragen kommt, etwa beim Befahren von Grabenkanten.
Einfluss des Einsatzgewichts bei elektrischen Antrieben
Auch bei der Umstellung auf elektrische Antriebe spielt die Achslast eine Rolle. Laut unserem Beitrag zur Serienproduktion elektrischer Knickdumper bei Volvo CE wiegen die Batterien des A30 Electric rund 3 Tonnen mehr als der vergleichbare Dieselantrieb. Dieses zusätzliche Gewicht reduziert entweder die Nutzlast oder erfordert eine Anpassung von Bereifung und Achslast. Auf öffentlichen Straßen kann dies relevant werden, wenn durch das höhere Einsatzgewicht die zulässige Gesamtmasse überschritten wird; für reine Baustelleneinsätze abseits öffentlicher Verkehrswege ist dieser Aspekt laut demselben Beitrag ohne Bedeutung.
Achslast bei Mobilkranen und Dauerfahrerlaubnis
Bei Mobilkranen beeinflusst die Achslast unmittelbar die Möglichkeit, mit Dauerfahrerlaubnis auf öffentlichen Straßen zu fahren. Laut unserem Beitrag zur Übernahme eines Liebherr LTM 1055-3.3 durch Riedelsheimer war die niedrigere Achslast des Krans neben der Kransteuerung LICCON3 und der variablen Abstützbasis VarioBase Plus mit ausschlaggebend für die Kaufentscheidung, da niedrigere Achslasten flächendeckende Dauerfahrerlaubnisse erleichtern. Ein weiteres Beispiel liefert unser Beitrag zur Flottenerweiterung von KönningKrane mit einem Liebherr LTM 1150-5.4: Dort wird bei einem Gesamtgewicht von 60 Tonnen eine Achslast von 12 Tonnen genannt, bei der zusätzlich 9 Tonnen Ballast mitgeführt werden können – ein Vorteil für schnelle Standortwechsel ohne aufwändiges Nachballastieren.
Prüfung der Tragfähigkeit vor der Befahrung
Vor dem Befahren kritischer Bereiche mit Maschinen hoher Achslast, etwa an Grabenkanten, empfiehlt sich laut unserem Beitrag zu Sicherheitsrisiken bei Bagger- und Radlader-Einsätzen die Prüfung der Bodenverdichtung mittels Plattendruckversuch. Dieser dauert dem Beitrag zufolge rund 15 Minuten und ist mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden. Wird auf diese Prüfung verzichtet und bricht die Maschine ein, drohen laut demselben Beitrag unter anderem Hydraulikschäden.
Achslast in der Berichterstattung
Das Thema Achslast taucht in der Berichterstattung in unterschiedlichen Zusammenhängen auf: im Beitrag „Sommer-Grabungen: 5 Sicherheitsrisiken bei Bagger- und Radlader-Einsätzen“ im Kontext der Bodenverdichtung und Einbruchgefahr bei Radladern, im Beitrag „Volvo CE startet Serienproduktion elektrischer Knickdumper – Reichweite und TCO im Check“ im Zusammenhang mit dem höheren Einsatzgewicht batterieelektrischer Maschinen sowie in den Beiträgen „Riedelsheimer übernimmt Liebherr LTM 1055-3.3 – LICCON3 und VarioBase Plus für Betonfertigteil-Montage“ und „KönningKrane erweitert Flotte mit Liebherr LTM 1150-5.4 – 150-Tonner schließt Lücke“ mit Blick auf Dauerfahrerlaubnisse und Ballastierung bei Mobilkranen.
