Die Gleiskette, auch Raupenkette oder Raupenband genannt, ist das endlose Laufband aus einzelnen Kettengliedern, das zusammen mit Laufrollen, Treibrad, Leitrad und Kettenspannsystem das Kettenlaufwerk eines Raupenfahrzeugs bildet. Sie übernimmt Antrieb, Lenkung und Lastabtrag gleichzeitig und ist damit zentrales Bauteil des Unterwagens bei Raupenbaggern, Raupenkranen, Dozern und Kettendumpern.
Aufbau und Komponenten
Eine Gleiskette besteht aus einzelnen Kettengliedern (Shoes oder Bodenplatten), die über Kettenbolzen und Buchsen gelenkig verbunden sind. Das Treibrad (Antriebsrad) überträgt das Drehmoment des Fahrantriebs auf die Kette, das Leitrad führt sie am gegenüberliegenden Ende und hält sie über eine Spannvorrichtung unter definierter Vorspannung. Dazwischen liegen Ober- und Unterlaufrollen, die das Kettenband führen und das Maschinengewicht auf die Auflagefläche verteilen. Der Abstand zwischen zwei Bolzenachsen wird als Kettenteilung (Pitch) bezeichnet und bestimmt zusammen mit der Anzahl der Laufrollen die Länge der Aufstandsfläche.
Kettenbreite und Bodendruck
Kettenschuhe für Hydraulikbagger und Raupenkrane werden je nach Maschinenklasse und Einsatzfall in unterschiedlichen Breiten angeboten, üblich sind Stufen zwischen etwa 400 mm und 900 mm. Eine breitere Kette vergrößert die Aufstandsfläche und senkt dadurch den spezifischen Bodendruck, reduziert aber die Fahrgeschwindigkeit und erhöht den Rollwiderstand auf festem Untergrund. Die Wahl der Kettenbreite richtet sich nach Bodentragfähigkeit, Maschinengewicht und Einsatzart, etwa Moor-, Sumpf- oder Normalausführung.
Werkstoffe: Stahl- und Gummiketten
Bei Baggern und Kranen im mittleren und schweren Gewichtsbereich kommen überwiegend Stahlketten mit aufgeschraubten oder angeschweißten Stahlbodenplatten zum Einsatz, da sie hohe Zugkräfte und Punktlasten aufnehmen. Gummiketten, bei denen Stahlseile oder -geflechte in eine Gummimatrix eingebettet sind, werden vor allem bei Minibaggern und Kompaktraupen bis in den Bereich einiger Tonnen Einsatzgewicht eingesetzt. Sie schonen befestigte Flächen, dämpfen Vibrationen und reduzieren die Lärmemission, erreichen aber nicht die Standzeit und Belastbarkeit von Stahlketten im Fels- oder Abbruchbetrieb.
Verschleiß und Wartung
Die Lebensdauer einer Gleiskette hängt stark von Untergrund, Fahrstil und Kettenspannung ab. Zu geringe Spannung erhöht den Verschleiß an Buchsen und Zähnen des Treibrads, zu hohe Spannung belastet Lager und Dichtungen zusätzlich. Regelmäßige Kontrolle der Kettendurchhangwerte und der Verschleißgrenzen an Bolzen und Buchsen gehört zu den planmäßigen Wartungsarbeiten am Unterwagen.
Gleiskette in der Berichterstattung
Im Beitrag „Gleiskette: Definition, Aufbau und Verwendung bei Kettenfahrzeugen“ wird die Gleiskette als Herzstück des Kettenlaufwerks beschrieben, das Antrieb und Lenkung zugleich übernimmt und durch die größere Auflagefläche den spezifischen Bodendruck senkt. Im Beitrag „Unterwagen: Aufbau, Funktion und zentrale Rolle in der Baumaschinen-Architektur“ wird das Fahrwerk mit Reifen oder Ketten als eines der zentralen Bauteile neben dem Abstützsystem eingeordnet.