Die Gummikette ist ein elastisches Kettenlaufwerk, dessen Bandkörper aus vulkanisiertem Kautschuk besteht und das zur Kraftübertragung mit endlos gewickelten Stahlcordeinlagen verstärkt ist. Sie kommt überwiegend bei Minibaggern, Kompaktladern und kleinen Kettendumpern zum Einsatz und bildet dort die Verbindung zwischen Fahrwerk und Untergrund.
Aufbau und Material
Der Grundkörper einer Gummikette setzt sich aus mehreren Schichten synthetischen Kautschuks zusammen. Darin eingebettet liegen Stahlcordstränge, die als Zugträger fungieren und die bei Antrieb und Lastaufnahme entstehenden Zugkräfte aufnehmen. Diese Einlagen begrenzen die Dehnung des Gummibandes unter Zuglast, eine vollständige Längenänderung über die Lebensdauer lässt sich dadurch jedoch nicht ausschließen, da Gummi als Werkstoff grundsätzlich alterungs- und verschleißbedingten Veränderungen unterliegt. An der Innenseite der Kette sind Mitnehmerzähne oder -stollen angeformt, die in die Antriebsräder des Laufwerks greifen und so den Formschluss zum Kettenantrieb herstellen.
Eigenschaften im Einsatz
Gegenüber Stahlketten zeichnen sich Gummiketten durch geringere Lärmemission und eine schonendere Flächenbelastung aus, was sie besonders für Einsätze auf befestigten Flächen wie Pflaster, Asphalt oder Innenräumen geeignet macht. Im Gegenzug gelten sie als verschleißanfälliger gegenüber scharfkantigem Schutt, Fels oder spitzen Fremdkörpern, die den Gummikörper beschädigen oder die Stahlcordeinlagen freilegen können.
Einsatzgrenzen und Gewichtsklassen
Bis zu einem Einsatzgewicht von rund 10 Tonnen gelten Gummiketten als Standard-Laufwerk im Kompaktmaschinensegment. Oberhalb dieser Gewichtsklasse kommen überwiegend Stahlketten zum Einsatz, da die Tragfähigkeit und Verschleißfestigkeit des Gummimaterials bei höheren Lasten und auf grobem Gelände an ihre Grenzen stößt.
Wechsel zwischen Gummi- und Stahlketten
Bei einigen modularen Maschinenkonzepten lässt sich das Laufwerk je nach Einsatzbedingung tauschen: schmale Gummiketten für Arbeiten auf empfindlichen oder befestigten Flächen, breite Stahlketten für Aushub auf weichem oder unwegsamem Grund. Ein solcher Wechsel kann je nach Maschine und Personaleinsatz innerhalb einer Stunde erfolgen.
Wartung und Kettenspannung
Die korrekte Spannung der Gummikette wird in der Regel über einen Hydraulikzylinder eingestellt, der über einen Schmiernippel mit einer Fettpresse befüllt wird. Eine zu geringe Spannung begünstigt das Abspringen der Kette von den Laufrädern, eine zu hohe Spannung erhöht den Verschleiß an Stahlcordeinlagen und Antriebsrädern.
Gummikette in der Berichterstattung
Aufbau, Vorteile und Einsatzgrenzen von Gummiketten bei Baumaschinen behandelt der Beitrag Gummikette: Aufbau, Vorteile und Einsatzgrenzen bei Baumaschinen. Die Einbindung des Laufwerks in das Gesamtfahrwerk von Kompaktmaschinen zeigt der Artikel Minibagger: Aufbau, Komponenten und Einsatzgebiete im Bauwesen. Die Abgrenzung zur klassischen Stahlgleiskette und zu Radfahrwerken beschreibt der Beitrag Gleiskette: Definition, Aufbau und Verwendung bei Kettenfahrzeugen. Wie sich Gummi- und Stahlketten im praktischen Baustellenbetrieb kombinieren lassen, schildert der Artikel Yanmar C30R-3 und C50R-5: Wie modulare Kettendumper Baustellen flexibler machen.