Der Stützausleger ist eine ausfahrbare, waagerechte oder leicht schräg stehende Abstützkonstruktion an Mobilkranen und Autobetonpumpen. Er vergrößert die Aufstandsfläche der Maschine und leitet das Eigengewicht sowie die Lastmomente aus Hub- oder Pumpbetrieb kontrolliert in den Untergrund ein. Ohne ausgefahrene Stützausleger wäre die Standsicherheit bei seitlich wirkenden Kippmomenten nicht gegeben.
Aufbau und Funktion
Ein Stützausleger besteht aus einem oder mehreren teleskopierbaren Kastenprofilen, die hydraulisch aus dem Fahrzeugrahmen ausgefahren werden. Am äußeren Ende sitzt ein senkrecht wirkender Abstützzylinder mit Stützteller. Über diesen Teller wird die Kraft auf Unterlegplatten oder Unterleghölzer übertragen, die den Bodendruck weiter verteilen. Die meisten Mobilkrane und Autobetonpumpen verfügen über vier Stützausleger, die paarweise vorn und hinten am Fahrgestell angeordnet sind.
Abstützvarianten und Tragfähigkeit
Stützausleger lassen sich in der Regel in mehreren Stufen ausfahren: vollständig, auf eine mittlere Weite oder minimal im sogenannten Eng- bzw. Kurzabstützbetrieb. Je geringer die Abstützbreite, desto kleiner die zulässige Resttragfähigkeit der Maschine, da sich der Hebelarm gegen das Kippmoment verkürzt. Hersteller hinterlegen für jede Abstützvariante eigene Traglasttabellen; die tatsächlich zulässige Last ist stets der jeweiligen Tabelle für die eingestellte Abstützbreite zu entnehmen, nicht pauschal zu schätzen.
Bodendruck und Unterlegung
Die über einen Stützausleger abgeleitete Kraft konzentriert sich auf eine kleine Aufstandsfläche am Stützteller. Zur Reduzierung der Flächenpressung werden Unterlegplatten aus Stahl oder Kunststoff beziehungsweise Bohlen aus Holz eingesetzt. Die erforderliche Plattengröße ergibt sich aus der maximalen Abstützkraft laut Kranhersteller und der zulässigen Bodenpressung des Untergrunds; bei nicht tragfähigem Boden, etwa frisch verfülltem Graben oder Asphalt im Sommer, ist zusätzlich eine Lastverteilung durch Fahrplatten oder Kanthölzer vorzusehen.
Prüfung und Betrieb
Vor dem Ausfahren der Stützausleger ist die Tragfähigkeit des Untergrunds durch den Bediener zu beurteilen. Während des Hub- oder Pumpvorgangs darf kein Stützausleger wieder einfahren oder der Stützteller den Bodenkontakt verlieren, da sonst die Standsicherheit der gesamten Maschine entfällt. Die korrekte Abstützbreite wird an der Kransteuerung eingegeben oder automatisch über Sensoren erkannt und mit der hinterlegten Traglasttabelle verknüpft.
Im Fachmedium
Der Unterschied zwischen tragendem Ausleger und stabilisierendem Stützausleger sowie dessen Einsatz bei Kran, Bagger und Hubarbeitsbühne wird im Beitrag „Stützausleger: Definition, Funktion und Einsatz bei Kran, Bagger und Hubarbeitsbühne“ erläutert.