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Liebherr R 924 Litronic
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Liebherr R 924 Litronic

Robuster 24-Tonnen-Hydraulikbagger mit 129 kW Leistung und bewährter Litronic-Steuerung für anspruchsvolle Erdbauarbeiten

Bagger

Der Liebherr R 924 Litronic ist ein Hydraulikbagger der 24-Tonnen-Klasse mit 129 kW Motorleistung und Stage-V-Abgasnorm. Die 2019 eingeführte Maschine überzeugt durch hohe Grabkräfte, robuste Gussstahl-Konstruktion und wartungsfreundliches Design für universelle Tiefbau- und Erdbauarbeiten.

Reichweite max.10.2 m
AbgasstufeStage V
Markteinführung2019
Transportbreite2.99 m

Eingeführt 2019

Liebherr R 924 Litronic: Technische Eckdaten und Marktpositionierung

Der Liebherr R 924 Litronic ist ein Hydraulikbagger der 24-Tonnen-Klasse, der 2019 als Nachfolgemodell der vorherigen Generation eingeführt wurde. Mit einem Einsatzgewicht zwischen 23.400 und 26.050 kg positioniert sich die Maschine im mittleren Leistungsspektrum für universelle Erdbauarbeiten, Fundamentierung und Kanalarbeiten. Der von Liebherr entwickelte Dieselmotor leistet 129 kW (175 PS) nach ISO 9249 und erfüllt die Abgasnorm Stage V für den europäischen Markt.

Die Maschine nutzt das bewährte Litronic-Steuerungssystem von Liebherr, das seit Jahrzehnten in verschiedenen Baureihen zum Einsatz kommt und sich durch präzise hydraulische Steuerung sowie wartungsfreundliche Architektur auszeichnet. Der R 924 gehört zur aktuellen Generation von Liebherr-Raupenmaschinen, die durch optimierte Hydraulikkreisläufe, verbesserte Kraftstoffeffizienz und erweiterte Komfortfunktionen charakterisiert sind.

Motorleistung und Hydrauliksystem

Der R 924 Litronic ist mit einem wassergekühlten 4-Zylinder-Dieselmotor ausgestattet, der eine Nennleistung von 129 kW (175 PS nach ISO 9249 bzw. 173 PS nach SAE J1349) erbringt. Für Märkte mit strengeren Emissionsanforderungen liefert Liebherr eine Stage-V-konforme Version, während für andere Regionen auch Stage-IIIA-Varianten mit leicht abweichenden Leistungsdaten (125 kW / 170 PS) verfügbar sind. Das Common-Rail-Einspritzsystem kombiniert mit einem SCR-Katalysator (Selective Catalytic Reduction) und Dieselpartikelfilter gewährleistet die Einhaltung der aktuellen EU-Abgasnormen.

Das hydraulische System des R 924 arbeitet mit einem integrierten Regenerationskreislauf, der beim Senken des Auslegers Energie zurückgewinnt und dem Hydrauliksystem zuführt. Dieser Mechanismus reduziert den Kraftstoffverbrauch insbesondere bei zyklischen Arbeiten mit häufigem Heben und Senken. Die Axialkolbenpumpen werden lastabhängig gesteuert, was zu einer effizienten Leistungsverteilung bei unterschiedlichen Arbeitsbedingungen führt.

Grabkräfte und Arbeitsausrüstung

Liebherr konzipiert den R 924 mit hohen Grab- und Ausbrechkräften, die durch massive Gussstahlelemente im Ausleger- und Stielbereich unterstützt werden. Diese Stahlgussteile weisen eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastungen auf als geschweißte Konstruktionen und verlängern die Lebensdauer der Arbeitsausrüstung. Die Grabkraft am Löffel sowie die Ausbrechkraft am Stiel liegen im oberen Bereich der 24-Tonnen-Klasse, was die Maschine für anspruchsvolle Bodenverhältnisse qualifiziert.

Die Standardarbeitsausrüstung umfasst einen 3,50-m-Stiel, der für mittlere Reichweiten und Tiefen optimiert ist. Abhängig von der Konfiguration sind verschiedene Löffelgrößen verfügbar, typischerweise im Bereich von 0,90 bis 1,30 m³. Der integrierte Schnellwechsler ermöglicht den Wechsel zwischen unterschiedlichen Anbaugeräten ohne Verlassen der Kabine, was die Vielseitigkeit und Produktivität auf wechselnden Baustellen erhöht.

Fahrwerk und Transportmaße

Das Raupenfahrwerk des R 924 Litronic nutzt die NLC-Unterwagenkonfiguration (Normal Load Capacity) mit standardmäßig 500 mm breiten Kettenplatten. Diese Breite stellt einen Kompromiss zwischen Bodenpressung und Transportbreite dar. Die Gesamttransportbreite liegt bei etwa 2,99 m mit Standardketten, was den Transport auf öffentlichen Straßen ohne Sondergenehmigung ermöglicht.

Die Transportlänge beträgt mit eingefahrenem Ausleger und gedrehtem Oberwagen circa 9,70 m, die Transporthöhe liegt bei rund 3,15 m. Diese Maße erlauben den Transport auf Standard-Tiefladern ohne nennenswerte Einschränkungen. Das Fahrwerk ist mit robusten Laufrollen und einer verstärkten Kettenführung ausgestattet, die auch bei steinigem Untergrund und hohen Seitenlasten Standfestigkeit gewährleistet.

Einsatzbereiche und typische Anwendungen

Der R 924 Litronic ist primär für folgende Einsatzgebiete konzipiert:

  • Erdbau und Fundamentarbeiten: Aushub für Gebäudefundamente, Tiefgaragen und Industrieanlagen im mittleren Tiefenbereich
  • Kanal- und Leitungsbau: Grabarbeiten für Ver- und Entsorgungsleitungen, auch in beengten urbanen Umgebungen
  • Straßen- und Wegebau: Bodenbewegung, Grabenarbeiten, Böschungsgestaltung
  • Abbruch und Rückbau: Einsatz mit Abbruchzange oder Sortierlöffel für selektiven Rückbau
  • Materialumschlag: Mit Greifer oder Mehrschalenlöffel für Schüttgüter und Recyclingmaterialien

Die Maschinenklasse von 24 Tonnen eignet sich besonders für mittelgroße Baustellen, wo kompaktere 20-Tonnen-Maschinen an ihre Leistungsgrenzen stoßen, aber 30-Tonnen-Bagger überdimensioniert wären. Der R 924 bietet dabei eine gute Balance zwischen Grabkraft, Reichweite und Mobilität.

Bedienung und Kabinensystem

Die Fahrerkabine des R 924 Litronic entspricht dem aktuellen Liebherr-Standard für diese Gewichtsklasse. Sie ist vollverglast, ROPS/FOPS-zertifiziert und auf schwingungsdämpfenden Elementen gelagert. Der Fahrersitz ist luftgefedert und ermöglicht vielfache Einstellmöglichkeiten. Das Litronic-Steuerungssystem stellt zentrale Maschinenfunktionen über einen Monitor mit Touch-Bedienung dar, darunter Betriebsstunden, Kraftstoffverbrauch, Hydrauliktemperaturen und Wartungsintervalle.

Liebherr bietet optional verschiedene Komfort- und Assistenzsysteme an, darunter eine Klimaautomatik, Rückfahrkamera und Bluetooth-Konnektivität. Die Joystick-Steuerung kann in verschiedenen Konfigurationen geliefert werden, abhängig von regionalen Präferenzen und Kundenwünschen. Die Sichtverhältnisse sind durch große Glasflächen und schmale A-Säulen optimiert, was die Arbeitssicherheit erhöht.

Wartung und Servicekonzept

Liebherr legt beim R 924 besonderen Wert auf wartungsfreundliche Konstruktion. Alle zentralen Servicepoints – Motorölmessstab, Hydraulikölfilter, Kraftstofffilter, Kühlmittelausgleichsbehälter – sind vom Boden aus oder über seitliche Wartungsklappen zugänglich. Die tägliche Inspektion erfordert keine Spezialwerkzeuge und kann vom Maschinisten selbst durchgeführt werden.

Die Wartungsintervalle sind auf 500 Betriebsstunden (Motorölwechsel) bzw. 1.000 Betriebsstunden (Hydraulikfilter) ausgelegt, was die Stillstandzeiten minimiert. Liebherr hat für die aktuelle Generation ein zentrales Schmiersystem optional im Programm, das automatisch alle Schmierpunkte der Arbeitsausrüstung versorgt und manuelle Schmierarbeiten reduziert. Die Teileversorgung erfolgt über das globale Liebherr-Händlernetz, das für die R-900-Baureihe eine hohe Ersatzteilverfügbarkeit garantiert.

Konkurrenzvergleich und Marktstellung

In der 24-Tonnen-Klasse trifft der Liebherr R 924 auf etablierte Wettbewerber wie den Caterpillar 323 (ca. 23 Tonnen, 121 kW), den Komatsu PC210LC-11 (ca. 22 Tonnen, 123 kW), den Volvo EC220E (ca. 22 Tonnen, 129 kW) und den Hitachi ZX225US (ca. 22,5 Tonnen, 123 kW). Der R 924 positioniert sich mit seinem höheren Einsatzgewicht und der robusten Bauweise eher am oberen Ende dieser Klasse.

ModellEinsatzgewicht (kg)Motorleistung (kW)Grabtiefe (m)
Liebherr R 924 Litronic24.950129~6,5
Caterpillar 32323.0001216,56
Komatsu PC210LC-1122.1001236,74
Volvo EC220E22.3001296,64
Hitachi ZX225US22.5001236,57

Liebherr hebt sich durch die Verwendung von Gussstahlelementen, das bewährte Litronic-Steuerungssystem und die europäische Fertigung ab. Die Marke genießt insbesondere in Mitteleuropa einen hervorragenden Ruf bezüglich Langlebigkeit und Wiederverkaufswert. Die Kraftstoffeffizienz des R 924 liegt im Durchschnitt der Klasse, der Fokus liegt stärker auf Robustheit und Leistung als auf maximaler Sparsamkeit.

Preisniveau und Verfügbarkeit

Der Neupreis eines Liebherr R 924 Litronic liegt je nach Ausstattung und Markt zwischen 180.000 und 220.000 Euro. Gebrauchte Exemplare aus den Baujahren 2019-2021 werden aktuell im Bereich von 120.000 bis 160.000 Euro gehandelt, abhängig von Betriebsstunden, Wartungszustand und Zusatzausstattung. Ältere Vorgängermodelle (vor 2019) sind ab etwa 70.000 Euro verfügbar, weisen jedoch noch nicht die aktuellen Abgasstufen auf.

Die Verfügbarkeit von Neumaschinen unterliegt den üblichen Lieferzeiten im Baumaschinenbereich, die sich in den letzten Jahren verlängert haben. Liebherr-Händler berichten von Vorlaufzeiten zwischen 4 und 8 Monaten für konfigurierte Maschinen. Der Gebrauchtmarkt ist gut bestückt, da Liebherr-Bagger traditionell hohe Stückzahlen erreichen und die Marke bei Bauunternehmen und Vermietern verbreitet ist.

Redaktioneller Review

Praxisbewertung

Der Liebherr R 924 Litronic präsentiert sich als solider Vertreter der mittleren Baggerklasse mit klarem Fokus auf Robustheit und Langlebigkeit. Nach Auswertung von Praxisberichten, Händlerrückmeldungen und technischen Analysen zeigt sich ein ausgewogenes Bild einer Maschine, die für den anspruchsvollen Dauereinsatz konzipiert ist.

Stärken im Praxiseinsatz

Grabkraft und Arbeitsleistung: Die hydraulische Leistung des R 924 überzeugt im täglichen Einsatz. Anwender berichten von hohen Grabkräften, die auch in verdichteten Böden und bei steinigem Material zuverlässig arbeiten. Die Ausbrechkraft am Stiel ist merklich höher als bei vergleichbaren japanischen Wettbewerbern, was sich besonders beim Lösen verfestigter Erdschichten bemerkbar macht. Die Kombination aus 129 kW Motorleistung und dem effizienten Hydrauliksystem ermöglicht schnelle Arbeitszyklen ohne spürbare Leistungseinbrüche.

Verarbeitungsqualität: Liebherr setzt beim R 924 konsequent auf hochwertige Materialien. Die Gussstahlelemente in der Arbeitsausrüstung zeigen sich nach mehreren Tausend Betriebsstunden deutlich widerstandsfähiger gegen Verschleiß als geschweißte Konstruktionen. Vermietunternehmen, die Maschinen verschiedener Hersteller parallel betreiben, berichten von geringeren Reparaturkosten bei den Liebherr-Geräten. Die Schweißnähte sind sauber ausgeführt, Lackierung und Korrosionsschutz entsprechen hohem Standard.

Wartungsfreundlichkeit: Der Zugang zu allen relevanten Servicepoints ist vorbildlich gelöst. Die tägliche Kontrolle von Ölstand, Kühlflüssigkeit und Hydraulikfiltern erfordert keine Werkzeuge und kann in wenigen Minuten durchgeführt werden. Die großen seitlichen Wartungsklappen ermöglichen guten Zugang zum Motor- und Hydraulikraum. Besonders positiv fällt das optionale zentrale Schmiersystem auf, das bei intensiv genutzten Maschinen die Verfügbarkeit deutlich erhöht.

Wiederverkaufswert: Liebherr-Bagger halten traditionell ihren Wert besser als viele Wettbewerber. Ein R 924 mit 5.000 Betriebsstunden und ordentlichem Wartungszustand erzielt am Gebrauchtmarkt etwa 65-70% des Neupreises, während vergleichbare asiatische Modelle oft nur 55-60% erreichen. Dies ist ein relevanter Faktor für die Gesamtkostenrechnung über den Lebenszyklus.

Schwächen und Einschränkungen

Kraftstoffverbrauch: Mit durchschnittlich 18-22 Litern Diesel pro Betriebsstunde liegt der R 924 im Mittelfeld der Klasse. Volvo und Komatsu bieten in dieser Gewichtsklasse sparsamere Alternativen, die unter identischen Bedingungen 1-2 Liter weniger verbrauchen. Bei hohen Dieselpreisen und langen Einsatzzeiten summiert sich dieser Unterschied über ein Jahr auf spürbare Mehrkosten. Der Fokus von Liebherr auf Leistung und Robustheit geht hier minimal zu Lasten der Effizienz.

Elektronikumfang: Während japanische und amerikanische Wettbewerber zunehmend auf umfangreiche Assistenzsysteme, 3D-Maschinensteuerung und Telematiksysteme setzen, hält sich Liebherr beim R 924 vergleichsweise zurück. Das Litronic-System ist funktional und zuverlässig, bietet aber weniger Komfortfunktionen als modernere Steuerungen. GPS-gestützte Grabensteuerung oder automatische Böschungsbegrenzung sind nur gegen Aufpreis verfügbar und nicht so nahtlos integriert wie bei Caterpillar oder Komatsu.

Kabinenlautstärke: Trotz guter Dämmung liegt der Geräuschpegel in der Kabine mit etwa 72-74 dB(A) etwas über den leisesten Wettbewerbern. Volvo und Hitachi erreichen hier Werte um 69-71 dB(A). Bei ganztägigem Einsatz ist dies spürbar, wenn auch nicht kritisch. Die Schwingungsdämpfung ist dagegen sehr gut gelöst.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Mit einem Neupreis ab 180.000 Euro positioniert sich der R 924 am oberen Ende der Klasse. Vergleichbare Komatsu- oder Hyundai-Modelle sind 10-15% günstiger in der Anschaffung. Dieser Preisunterschied amortisiert sich zwar teilweise durch höheren Wiederverkaufswert und geringere Reparaturkosten, macht den Liebherr aber für preissensitive Käufer weniger attraktiv.

Gesamtbewertung

Der Liebherr R 924 Litronic ist eine Maschine für Betriebe, die Wert auf Langlebigkeit, hohe Verfügbarkeit und solide deutsche Ingenieursarbeit legen. Die Maschine eignet sich besonders für Unternehmen, die ihre Geräte über 8-10 Jahre im Bestand halten und auf niedrige Lebenszykluskosten statt auf minimalen Anschaffungspreis achten. Für Vermieter, die häufig wechselnde Fahrer und intensive Nutzung haben, ist die robuste Konstruktion ein klarer Vorteil.

Empfehlung für: Mittlere bis große Baufirmen mit eigenem Maschinenpark, kommunale Bauhöfe, spezialisierte Tiefbauunternehmen, Vermieter mit Fokus auf Qualitätsgeräte.

Weniger geeignet für: Kleinbetriebe mit engem Budget, Unternehmen die modernste Telematik und Assistenzsysteme benötigen, Einsätze mit extremem Kraftstoff-Sparzwang.

Praxis-Note: 8,5/10 – Eine sehr gute Maschine mit klaren Stärken in Verarbeitung und Zuverlässigkeit, die bei Elektronik-Features und Kraftstoffeffizienz Potenzial für Verbesserungen hat.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

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