Im Erdbau entscheidet die Verdichtung über Tragfähigkeit und Standsicherheit der gesamten Konstruktion. Unzureichend verdichtete Bodenschichten führen zu Setzungen, Rissen im Asphalt oder Schäden an Fundamenten – teure Regressansprüche inklusive. Drei Prüfverfahren stehen Ihnen zur Qualitätskontrolle auf der Baustelle zur Verfügung: der dynamische Plattendruckversuch mit dem Tragfähigkeitsprüfgerät, die Flächendeckende Dynamische Verdichtungskontrolle (FDVK) und punktuelle Messungen für die Eigenüberwachung.
Dynamischer Plattendruckversuch: Schnelle Prüfung in zwei Minuten
Das Leichte Fallgewichtsgerät (LFG) ermöglicht die unkomplizierte Tragfähigkeitsprüfung und Verdichtungskontrolle von Böden, ungebundenen Tragschichten und Bodenverbesserungen in nur zwei Minuten. Sie stellen das Prüfgerät auf, messen und werten sofort aus – ohne Belastungswiderlager und auch unter beengten Verhältnissen. Das Verfahren eignet sich für grobkörnige und gemischtkörnige Böden mit einem Größtkorn bis 63 mm und erfasst den dynamischen Verformungsmodul im Messbereich von Evd = 15 bis 70 MN/m².
Der dynamische Plattendruckversuch ist in den Technischen Prüfvorschriften für Boden und Fels im Straßenbau TP BF-StB Teil B 8.3 Ausgabe 2012 beschrieben. Umfangreiche Korrelationen zu anderen Prüfverfahren sind vorhanden, sodass Sie Vergleichswerte aus früheren Projekten oder anderen Normen heranziehen können.
Typische Einsatzgebiete in der Praxis
- Straßen-, Gleis- und Erdbau
- Güteschutz im Kanalbau und Verdichtungskontrolle in Leitungsgräben
- Prüfung von Pflasterbettungen und Fundamentverfüllungen
- Kontrollprüfungen in Bohrlöchern
- Prüfung des Verformungsmoduls im Rahmen von Baugrunduntersuchungen
Besonders für die innerbetriebliche Eigenüberwachung eignet sich das Leichte Fallgewichtsgerät durch seine einfache Handhabung und die sofort verfügbaren Messergebnisse. Der Verantwortliche vor Ort kann unmittelbar über die Weiterführung der Baumaßnahmen entscheiden. Sie minimieren Kosten durch Vermeidung unnötiger Verdichtungsarbeiten bei gleichzeitiger Qualitätsoptimierung und verhindern teure Regressansprüche wegen Setzungsschäden.
Flächendeckende Dynamische Verdichtungskontrolle (FDVK)
Die Flächendeckende Dynamische Verdichtungskontrolle kann sowohl im Erdbau als auch im Asphaltbau eingesetzt werden. Es handelt sich um ein Prüfverfahren, bei dem der kontinuierliche Fortschritt bis zur gewünschten Verdichtung des Materials überwacht wird. Sämtliche Arbeitsschritte werden georeferenziert dokumentiert, sodass ein lückenloser Nachweis für den Auftraggeber, aber auch für die Eigenüberwachung vorhanden ist.
Asphaltwalzen werden mit der Vorrüstung für FDVK ausgestattet. Die Mitarbeiter auf den Baustellen können dadurch die Maschinen in kürzester Zeit mit Tablet und GNSS-Antenne aufrüsten und die Flächendeckende Dynamische Verdichtungskontrolle einsetzen. Die ersten Systeme zur Flächendeckenden Verdichtungskontrolle wurden bereits 2015 im Erdbau auf Baustellen eingesetzt; die ersten Einsätze im Asphaltbau fanden 2019 statt.
Was bedeutet FDVK für die Qualität Ihrer Baustelle?
Durch den Einsatz von FDVK wird eine homogene Verdichtung auf der Einbaufläche erreicht. Dadurch erhöht sich die Qualität des kompletten Asphalt-Einbauvorgangs und die Langlebigkeit der Straße. Das System stellt an die Bediener keine besonderen Ansprüche – es unterstützt die Baugeräteführer und Walzenfahrer bei ihrer täglichen Arbeit, sodass diese einen ständigen Überblick haben, an welchen Stellen des frisch eingebauten Asphalts noch Verdichtungsarbeit einzubringen ist und an welchen Stellen bereits eine Überverdichtung droht.
Das System misst exakt die Anzahl der Überfahrten und zeigt georeferenziert den Verdichtungsfortschritt. Hersteller wie BOMAG, HAMM und Dynapac bieten entsprechende FDVK-Systeme für ihre Walzenflotten an. Mehr zu intelligenten Verdichtungssystemen und deren Bedeutung lesen Sie in unserem Artikel zur intelligenten Verdichtungskontrolle.
Eigenüberwachung spart Kosten – aber nur mit dem richtigen Verfahren
Wer Verdichtungsarbeiten gezielt steuert und kontrolliert, erhöht die Qualität der Bauausführung. Das gibt Sicherheit, spart Zeit und Geld. Dokumentieren Sie Ihre Messdaten direkt auf der Baustelle über den Ausdruck des Thermodruckers oder als Protokollausdruck nach Übernahme und sicherer Archivierung der Messreihen auf Ihrem PC. Überzeugen Sie Ihre Auftraggeber durch den Nachweis der Qualitssicherung Ihrer Bauvorhaben.
Bei der Wahl des Prüfverfahrens kommt es auf Ihre Anforderungen an: Punktuelle Schnellprüfungen mit dem Leichten Fallgewichtsgerät eignen sich für Leitungsbau und Gräben, während FDVK-Systeme bei großflächigen Straßen- und Asphaltbaustellen ihre Stärken ausspielen. Die technische Unterstützung durch Servicedienstleister umfasst Ausrüstung neuer Asphaltwalzen, technischen Support beim Einsatz der FDVK-Systeme, Einweisungen und Schulungen sowie Wartung und Reparatur der eingesetzten Komponenten.
Weitere Hintergründe zur Verdichtungstechnik und verwandten Verfahren finden Sie in unseren Artikeln zur Referenzverdichtung und zur Bodenaustausch-Praxis im Erdbau.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

