Zentralschmierung bedeutet, dass eine Pumpe viele Schmierstellen einer Maschine oder Anlage von einer zentralen Stelle aus automatisch, in definierten Mengen und in festen Intervallen versorgt. Pumpe, Behälter, Verteiler, Leitungen, Steuerung und Überwachung bilden zusammen die Zentralschmieranlage. Besonders bei schweren Hydraulikbaggern, Radladern und Hydraulikhämmern ersetzt das System das manuelle Abschmieren, das täglich mindestens 30 Minuten pro Maschine in Anspruch nimmt, und verlängert die Lebensdauer von Gelenken, Lagern und Bolzen durch präzise Dosierung im Schnitt um 100 Prozent.

Warum Baumaschinen eine Zentralschmierung brauchen

Schwere Baumaschinen sind in der Regel Schmutz, Dreck, Wasser sowie Schutt und Sand ausgesetzt. Diese Umstände machen eine regelmäßige Schmierung notwendig, um den Verschleiß der mechanischen Bauteile weitestgehend zu reduzieren. Maschinen bestehen aus verschiedenen Teilen, die sich ständig bewegen und in Kontakt kommen, was zu Reibung und Verschleiß führt.

Bei unzureichender, übermäßiger oder falscher Schmierung können folgende Risiken entstehen:

  • Maschinen- und Anlagenausfälle
  • Teurer Produktionsstillstand
  • Verminderte Effizienz
  • Kostspielige Reparaturen

Zentrale Pumpentypen und ihre Funktionsweise

Automatische Zentralschmiersysteme versorgen Baumaschinen während des Betriebs vollautomatisch mit Schmierstoff. Die Elektropumpe EP-1 fasst je nach Ausführung von 1,9 Kilogramm bis 16 Kilogramm Schmiermittel und verfügt über eine elektronische Steuerung. Die Zentralschmierung wird von dieser Steuerung in festgelegten Abständen aktiviert. Ist das Fahrzeug in Betrieb, befördert die EP-1-Pumpe das Schmiermittel über eine Hauptleitung an seine Verteiler, die den Schmierstoff wiederum in voreingestellter Dosierung an die nötigen Lagerstellen abgibt.

Zu den gängigen Systemtypen zählen das Einleitungssystem, Zweileitungssystem, Progressivsystem, Mehrleitungssystem sowie Sprühschmierung und Öl-Luft-Schmierung. Je nach Anforderung an Schmierstellen-Anzahl, Dosiergenauigkeit und Überwachungstiefe kommen unterschiedliche Verteiler-Bauformen zum Einsatz.

Kompaktlösungen für Minibagger und kleine Radlader

Der Einbau von Zentralschmieranlagen in kleineren Baumaschinen wie Minibaggern und Kompaktladern stellt durch die beengten Platzverhältnisse meist eine Herausforderung dar. Speziell für diese Maschinen wurden Kompaktschmiersysteme entwickelt. Ohne Verteiler kann eine solche Kompaktpumpe bis zu acht Schmierstellen gleichzeitig versorgen. Sollte die Versorgung mit mehr als acht Schmierstellen notwendig sein, kann die Pumpe an einen Progressivverteiler angeschlossen und gegebenenfalls sogar um einen zweiten Progressivkreis erweitert werden.

Spezielle Anforderungen bei Hydraulikhämmern

Die starke mechanische Belastung von Hydraulikhämmern macht eine ausreichende Versorgung der beanspruchten Lagerstellen mit genügend Schmiermittel unabdingbar. Eine unzureichende Schmierung hat einen besonders hohen Verschleiß zur Folge, was sehr schnell unnötig hohe Kosten verursachen kann. Zentralschmiersysteme für Hydraulikhämmer werden maßgeschneidert auf die Bedürfnisse angepasst und sorgen, während die Maschinen im Einsatz sind, für eine kontinuierliche Schmierung der stark beanspruchten Lagerstellen.

Überwachung und Wartung automatischer Schmiersysteme

Moderne Steuerungen mit Datenspeicher bieten Füllstandsüberwachung, Überwachung der Fettförderung, Überdrucküberwachung und Aufbewahrung dieser Daten. So erzielen Betreiber eine Komplett- oder Teilüberwachung der gesamten Anlage. Teure Maschinenausfälle werden auf ein Minimum reduziert. Durch regelmäßige Inspektionen und zügige Reparaturen gewährleisten Serviceanbieter, dass Anlagen stets in Top-Zustand bleiben und die Produktivität der Betriebsabläufe maximiert wird.

Wirtschaftliche Vorteile: Amortisation und Kostenersparnis

Eine automatische Zentralschmierung ist schneller und präziser im Vergleich zu manuellen Abschmierarbeiten. Mit einer Zentralschmieranlage erzielen Betreiber eine Zeit- und somit Kosteneinsparung von bis zu 100 Prozent. Eine Zentralschmierung reduziert den Schmierstoffverbrauch, Wartungskosten, Reparaturen an Anlagen und Arbeitszeit. Zudem amortisiert sich das System meist schon nach wenigen Monaten.

Die regelmäßige Schmierung trägt bei weniger Schmierstoffverbrauch zu einer verbesserten Maschinenleistung und verlängerten Lebensdauer der Komponenten bei. Umweltschonung durch exakte Dosierung des Schmierstoffs minimiert das Risiko einer Über- oder Unterschmierung der Anlagen.

Arbeitssicherheit an schwer zugänglichen Schmierstellen

Besonders an schwer zugänglichen Schmierstellen können Arbeitsunfälle entstehen. Mit automatischen Schmiersystemen werden Mitarbeiter geschützt, da gefährliche manuelle Abschmierarbeiten an ausgefahrenen Auslegern, Gelenkstellen oder rotierenden Bauteilen entfallen. Das trägt zur Verbesserung der Arbeitssicherheit auf der Baustelle bei und reduziert das Unfallrisiko erheblich.