Der Rammbär ist das eigentliche Schlagwerk einer Ramme. Er erzeugt durch freien Fall oder durch hydraulischen beziehungsweise dieselmotorischen Antrieb die Schlagenergie, die über eine Pfahlhaube auf den Kopf eines Fertigpfahls aus Stahl, Stahlbeton oder Holz übertragen wird und diesen in den Baugrund treibt. Der Rammbär ist damit Bestandteil eines Rammgeräts, das wiederum Teil eines größeren Pfahlgründungssystems ist.

Aufbau und Wirkprinzip

Ein Rammbär besteht im Kern aus einer Fallmasse, die innerhalb eines Mäklers – eines Führungsgerüsts am Baggeroberwagen oder an einem Trägergerät – geführt wird. Beim Schlag wird die kinetische Energie der Fallmasse über eine Pfahlhaube in den Pfahlkopf eingeleitet. Die Art des Antriebs bestimmt, wie die Fallmasse angehoben beziehungsweise beschleunigt wird: bei einfachen Systemen durch Seilzug und freien Fall, bei hydraulischen Systemen durch gesteuerte Beschleunigung, die zusätzlich zur reinen Fallenergie wirkt und damit höhere Schlagzahlen und eine feinere Energiedosierung ermöglicht.

Antriebsarten

Grundsätzlich unterscheidet man freifallende Rammbären, bei denen die Energie allein aus Fallhöhe und Masse resultiert, von hydraulisch beschleunigten Systemen. Daneben existieren dieselbetriebene Bären, bei denen die Zündung eines Diesel-Luft-Gemisches den Rückschlag und damit den nächsten Hub erzeugt, sowie vibrationsbasierte Verfahren, die streng genommen nicht zur Rammbär-Technik im engeren Sinne zählen, aber in der Praxis häufig als alternatives oder ergänzendes Einbringverfahren eingesetzt werden.

Einsatzbereich und Pfahlarten

Rammbären kommen vor allem dort zum Einsatz, wo Fertigpfähle in den Baugrund eingebracht werden müssen, anstatt Ortbetonpfähle zu bohren. Laut unserem Beitrag zu Pfahlgründungsgeräten gehören Rammgeräte mit Rammbär für Fertigpfähle aus Stahl oder Stahlbeton neben Drehbohrgeräten, Betonpumpen und Vermessungstechnik zu den zentralen Maschinen, die bei der Herstellung von Pfahlgründungen je nach Pfahlart und Baugrundverhältnissen ausgewählt werden. Die Wahl zwischen Rammverfahren und Bohrverfahren richtet sich dabei maßgeblich nach den anstehenden Bodenschichten, der zulässigen Erschütterungs- und Lärmbelastung sowie den statischen Anforderungen an die herzustellende Gründung.

Auswahlkriterien für Planer und Einkäufer

Bei der Auswahl eines Rammbären beziehungsweise des zugehörigen Rammgeräts sind neben der erforderlichen Schlagenergie auch die Kompatibilität mit der vorgesehenen Pfahlhaube, die Führung im Mäkler und die Eignung des Trägergeräts für den jeweiligen Baugrund zu prüfen. Da die Herstellung von Pfahlgründungen laut unserem Beitrag zu Pfahlgründungsgeräten eng mit der Wahl von Drehbohrgeräten, Rammgeräten und ergänzender Betontechnik verknüpft ist, empfiehlt sich eine Betrachtung des gesamten Maschinenparks im Kontext des konkreten Bauvorhabens statt einer isolierten Bewertung des Rammbären allein.

Einordnung in der Berichterstattung

Der Rammbär wird in der Berichterstattung im Zusammenhang mit der Maschinenauswahl für Pfahlgründungen behandelt. Der Beitrag „Pfahlgründungsgerät: Welche Maschinen bei schwierigem Baugrund zum Einsatz kommen“ ordnet Rammgeräte mit Rammbär als eine von mehreren Gerätekategorien neben Drehbohrgeräten, Betonpumpen und Vermessungstechnik ein und beschreibt deren Auswahl in Abhängigkeit von Pfahlart und Baugrund.