Die Winde ist ein Seilzuggerät zum Heben, Senken oder Heranziehen von Lasten. Ein Seil wird auf eine drehbar gelagerte Trommel auf- oder abgewickelt, wodurch sich die wirksame Seillänge und damit die Position der angeschlagenen Last verändert. Im Baubereich unterscheidet man nach Funktion Hubwinden, Einziehwinden und Hilfswinden.
Funktionsprinzip
Das Seil läuft über Rollen oder eine Seilführung auf die Trommel. Am freien Seilende sitzt in der Regel ein Haken, eine Hakenflasche oder eine andere Lastaufnahme. Der Antrieb der Trommel erfolgt manuell über Kurbel oder Hebel, elektrisch über einen Getriebemotor oder hydraulisch über einen Hydraulikmotor mit nachgeschaltetem Planetengetriebe. Im professionellen Baueinsatz dominieren elektrische und hydraulische Antriebe, da sie definierte Lastmomente und eine stufenlose Geschwindigkeitsregelung ermöglichen.
Bauarten
Die Hubwinde trägt das Lastseil und übernimmt das eigentliche Heben und Senken der Last. Die Einziehwinde verändert die Neigung des Auslegers oder der Wippspitze und bestimmt damit die Ausladung. Die Hilfswinde ist ein zweites, meist geringer dimensioniertes Windwerk für leichtere Lasten, Montagearbeiten oder den Materialtransport parallel zum Haupthub.
Kennwerte
Zugkräfte handelsüblicher Baumaschinenwinden reichen von wenigen Kilonewton bei kleinen Hilfswinden bis zu mehreren Hundert Kilonewton bei Hubwinden großer Turmdrehkrane oder Raupenkrane. Seildurchmesser liegen üblicherweise zwischen 8 mm und über 30 mm, abhängig von Tragfähigkeit und Trommelauslegung. Die Seilgeschwindigkeit wird meist stufenlos geregelt, um feinfühliges Positionieren der Last bei geringer Geschwindigkeit und zügiges Verfahren im Leerzustand zu ermöglichen.
Einsatz an Turmdrehkranen und Seilbaggern
An Turmdrehkranen sind Hub- und Einziehwinde getrennte Baugruppen mit eigenem Antrieb und eigener Seilführung. Beim Seilbagger übernehmen mehrere Windwerke zusätzlich die Bewegung der Arbeitswerkzeuge selbst, etwa beim Heben und Senken von Löffel oder Greifer sowie beim Betrieb als Schlitzwandfräse in der Spezialgründung. Die Kraftübertragung erfolgt hier vollständig über Drahtseile statt über Hydraulikzylinder, was den Seilbagger von heute marktüblichen Hydraulikbaggern unterscheidet.
Instandhaltung
Seile und Trommeln unterliegen Verschleiß durch Reibung, Biegewechsel und Lastspiele. Regelmäßige Sichtprüfung auf Litzenbrüche, Quetschungen und Korrosion sowie der fristgerechte Austausch gehören zur Instandhaltung, die Prüfintervalle und Ablegekriterien gibt der Seilhersteller beziehungsweise Maschinenhersteller vor.
Winde in der Berichterstattung
Im Beitrag zum WOLFF 550 B von Wolffkran wird diskutiert, ob neben dem neuen Kranmodell auch eine überarbeitete Winde vorgestellt wurde – konkrete Details dazu standen zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus. Der Beitrag zum Seilbagger ordnet Windwerke als zentrales Element dieser Baumaschinenklasse ein, bei der nahezu alle Bewegungen über Seilzüge statt über Hydraulikzylinder erfolgen. Die überarbeitete Ersatzteilsuche von CraneTrader.com listet Winden neben Auslegern und Hakenflaschen als eigene Kategorie für den Ersatzteilhandel.