Wer in der Schweiz eine Baustelle betreibt, muss vor Baubeginn eine Risikobewertung der Brandgefahren durchführen und daraus organisatorische sowie technische Brandschutzmassnahmen ableiten. Grundlage dafür sind die Richtlinien der Vereinigung Kantonaler Feuerwehren (VKF), die für Baustellen in der Schweiz gelten und sowohl die Sicherheit von Personen als auch von Sachwerten während der Bauphase sicherstellen sollen.

Zu den zentralen Pflichten zählen die Benennung eines Brandschutzbeauftragten, die Bereitstellung tragbarer Feuerlöscher an strategisch sinnvollen Stellen sowie klar gekennzeichnete, jederzeit zugängliche Flucht- und Rettungswege.

Was verlangt die VKF-Risikobewertung konkret?

Die VKF-Richtlinien verlangen eine systematische Gefahrenanalyse, die vor Beginn der Bauarbeiten durchgeführt und im weiteren Bauverlauf regelmässig aktualisiert werden muss – insbesondere wenn sich Bedingungen auf der Baustelle ändern. Im Rahmen dieser Analyse sind laut den Vorgaben folgende Punkte zu berücksichtigen:

Verwendete Materialien und Bauweise der geplanten Arbeiten; Identifikation von Brandquellen wie elektrischen Anlagen, Schweissarbeiten oder dem Umgang mit brennbaren Stoffen; mögliche Auswirkungen eines Brandes auf Baustellenmitarbeiter und die Umgebung; Durchspielen verschiedener Szenarien zur Prüfung der Reaktionsfähigkeit im Ernstfall.

Wer ist für die Umsetzung auf der Baustelle verantwortlich?

Die VKF-Vorgaben fordern eine klare Organisationsstruktur für den Brandschutz. Dazu gehört die Benennung eines Brandschutzbeauftragten, der für Umsetzung und Überwachung der Schutzmassnahmen verantwortlich zeichnet. Alle Beteiligten – von Bauherren über Architekten bis zu den ausführenden Firmen – müssen über die geltenden Vorgaben informiert sein und diese einhalten.

Welche technischen Massnahmen fordert die VKF im Baustellenalltag?

Zu den grundlegenden Massnahmen zählt laut den Vorgaben die Bereitstellung tragbarer Feuerlöscher, die strategisch auf der Baustelle verteilt werden müssen. Flucht- und Rettungswege sind klar zu kennzeichnen und dauerhaft freizuhalten. Bei grösseren Baustellen kann zusätzlich die Installation von Brandmeldeanlagen oder die Durchführung von Brandschutzübungen erforderlich werden.

Warum lohnt sich eine kontinuierliche Überprüfung?

Da sich Baustellenbedingungen laufend verändern, reicht eine einmalige Bewertung zu Projektbeginn nicht aus. Eine fortlaufende Kontrolle stellt sicher, dass neue Risiken – etwa durch veränderte Lagerung von Material oder zusätzliche Maschinen im Einsatz – rechtzeitig erkannt und mit passenden Massnahmen beantwortet werden.