Liebherr wurde 1949 von Hans Liebherr im schwäbischen Kirchdorf an der Iller gegründet. Der Grundstein war die Entwicklung des ersten mobilen Turmdrehkrans — einer Produkt-Idee, die auf den Wiederaufbau-Bedarf der Nachkriegsjahre zugeschnitten war und die spätere Firma zum Weltmarktführer im Krangeschäft machte. Der offizielle Konzernsitz wurde später in die Schweiz verlegt; die operative Historie und ein Großteil der Werke sind bis heute in Deutschland, insbesondere im süddeutschen Raum, konzentriert.
Das Unternehmen wird in zweiter Generation von der Familie Liebherr geführt. Präsident des Verwaltungsrats ist Jan Liebherr, Vizepräsidentin ist Stéfanie Wohlfarth. Diese Familienführung ist ungewöhnlich stabil in einer Branche, die durch Aktivisten-getriebene M&A, Private-Equity-Konsolidierung und wechselnde Konzernstrategien geprägt ist. Für Kunden, Zulieferer und Vertriebspartner bedeutet die Familienstruktur planbare, langfristig ausgelegte Investitions- und Produkt-Entscheidungen — nicht zuletzt in der aktuellen Antriebstransformation, wo Wetten auf einzelne Technologien (batterie-elektrisch, Wasserstoff, Hybrid) mit Zeithorizonten von 10+ Jahren getroffen werden müssen.
Aktuell beschäftigt Liebherr 54.728 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mehr als 140 Standorten weltweit. Damit gehört das Unternehmen zu den größten Familienunternehmen Europas und zu den Top-5 der weltweiten Baumaschinen-Hersteller. Der Umsatz hat sich seit 2019 von 11,75 auf 14,62 Milliarden Euro (2024) entwickelt — ein Wachstum von über 24 Prozent innerhalb von fünf Jahren, wobei das Jahr 2020 pandemiebedingt einen Rücksetzer auf 10,34 Milliarden Euro zeigte, gefolgt von einer stetigen Erholung.
Was Liebherr strukturell von den meisten Wettbewerbern unterscheidet, ist die außergewöhnlich hohe vertikale Integration. Nicht nur die klassischen Maschinen-Sparten (Erdbewegung, Krane, Mining, Betontechnik, Maritime Krane, Spezialtiefbau) werden im eigenen Haus entwickelt und gefertigt — auch die zentralen Komponenten wie Hydraulik-Systeme, Dieselmotoren (in Bulle in der Schweiz und Colmar in Frankreich) und Steuerungselektronik sind Eigenentwicklung. Diese Tiefe verschafft dem Konzern einen Kostenvorteil bei Standardmaschinen und einen Innovations-Vorsprung bei komplexen Systemen, weil Antriebstechnik, Hydraulik und Software abgestimmt entwickelt werden können. Gleichzeitig ist der Konzern durch die Sparte Aerospace (Fahrwerke und Flugsteuerungen für Airbus und Boeing) und die Haushaltsgeräte-Sparte deutlich diversifizierter als reine Baumaschinen-Wettbewerber.
Unsere Fachredaktion begleitet Liebherr kontinuierlich und dokumentiert in aktuell 30 redaktionellen Beiträgen die relevanten Marktentwicklungen, Neuvorstellungen (bauma-Präsentationen, Vorserien-Programme, Feld-Tests) und strategischen Bewegungen. Auf dieser Profilseite bündeln wir die für B2B-Entscheider relevantesten Informationen in vier thematischen Bereichen: Unternehmen (Historie, Struktur, Standorte), Finanzen & Marke (Umsatzentwicklung, Ownership, Marktposition), Portfolio & Standorte (die acht Geschäftsbereiche im Detail) sowie Innovation & Trends (Antriebs-Roadmaps, LiDAT/LiPOS-Digitalstrategie, Wasserstoff-Forschung, autonome Muldenkipper).


